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Qualitätsstandards für Brustzentren
Für die Therapie und Nachsorge des Brustkrebs hat EUSOMA (European Society of Mastology) mit den„Requirements of a specialist breast unit“ entsprechende Qualitätsstandards entwickelt (EUSOMA 2000). Diese wurden in die neuen EU-Leitlinien 2005 aufgenommen, so dass damit für die gesamte Behandlungskette (Früherkennung, Diagnostik, Behandlung und Nachsorge) Qualitätsstandards vorliegen. Mit den Leitlinien zieht EUSOMA die Konsequenzen aus den großen Qualitätsunterschieden in der Brustkrebsbehandlung, die sich europaweit abzeichnen. Wissenschaftlich nachgewiesen ist, dass in hochspezialisierten Brustzentren mit entsprechendem fachlichem Know-how bessere Behandlungsergebnisse für an Brustkrebs erkrankte Frauen erzielt werden können. Um die konkreten Mindestzahlen an Brustoperationen zu erzielen, sind Brustzentren für den Einzugsbereich von 360.000 bis 450.000 Einwohnern vorgesehen. In dieser Einrichtung sind alle notwendigen Kernleistungen (Operation, Röntgen, Strahlentherapie, Pathologie, Onkologie) in interdisziplinärer Zusammenarbeit zu erbringen. Als wesentliche Eckpunkte definiert EUSOMA:
- Jedes Brustzentrum operiert jährlich mindestens 150 erstdiagnostizierte Fälle, wobei die auf gut- und bösartige Erkrankungen der Brust spezialisierten Chirurgen jeweils 50 Operationen selber durchführen müssen. Kleine Krankenhäuser können Kooperationen mit spezialisierten Brustzentren auf Konsiliarbasis eingehen.
- Das Kernteam (aus Radiologie, Chirurgie, Pathologie, Onkologie, Psycho-Onkologie, Strahlentherapeutik und Brustkrankenschwestern), das sich auf Brusterkrankungen spezialisiert, ist zur Weiterqualifizierung verpflichtet.
- In den wöchentlich stattfindenden prä- und postoperativen Tumorkonferenzen des multiprofessionellen Teams müssen alle Fälle von Brustkrebs beraten werden.
- Die systematische und umfassende Information von Patientinnen ist ebenso selbstverständlich wie ihre qualifizierte psychosoziale Begleitung (EUSOMA 2000).
Die effektive Zusammenarbeit aller an der Diagnostik und Therapie von Brustkrebs beteiligten medizinischen Fachgebiete (Interdisziplinarität) und Berufsgruppen (Multiprofessionalität) ist der Garant für eine optimale Behandlungskompetenz, einen positiven Heilungserfolg sowie ein entsprechend gutes kosmetisches Ergebnis. Gleichwohl können dabei die Kosten bei hohem Qualitätsmaßstab niedrig gehalten werden.
Quellen:
EUSOMA: Position Paper. The requirements of a specialist breast unit. In: European Journal of Cancer 36, 2000, S.2288-2293
ÖBIG: Mammographie-Screening Austria. Konzept für ein bundesweites Mammographie-Screeningprogramm (Publikation), Wien 2004
Zum Weiterlesen
Requirements of a specialist breast unit
EUSOMA accreditation of breast units
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