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Vorteile & Nutzen

Vorteile für die teilnehmenden Frauen sind

  • die Mitteilung, dass zum Zeitpunkt der Untersuchung kein mammographisch erkennbarer Brustkrebs vorliegt,
  • frühzeitig diagnostizierter Brustkrebs wesentlich schonender behandelt werden kann und dadurch die Lebensqualität der betroffenen Frauen steigt,
  • die Reduktion der Brustkrebsmortalität um bis zu 30 bis 35 Prozent.

Nutzen von Mammographie Screening

In der wissenschaftlichen Auseinandersetzung um die Bewertung des Nutzens von Screeningprogrammen spielen epidemiologische und medizinische Aspekte eine besondere Rolle. Unwidersprochen ist bei Befürwortern und Kritikern, dass die Diagnoseerstellung in einem frühen Tumor-Stadium sowohl für die Prognose als auch die Lebensqualität der Patientin von zentraler Bedeutung ist.

Zur Reduzierung der Brustkrebsmortalität liegen die Ergebnisse von acht randomisierten klinischen Studien vor, bei denen eine halbe Millionen Frauen untersucht wurde. Ergebnis dieser internationalen Metaanalysen ist, dass sich ein Rückgang der Mortalität bis zu 30 Prozent in den untersuchten Altersgruppe bei einer Teilnahmerate von mindestens 70 Prozent nachweisen lässt. (Anderson/Janzon 1997). Doch die methodischen Mängel der Metastudien, die vom dänischen Nordic Cochrane Center im Jahr 2000 aufgedeckt wurden, führten zu kontroversen Diskussionen über den Nutzen von Mammographie- Screeningprogrammen (GØTZSCHE/ OLSEN 2000).

Die WHO (World Health Organization) reagierte auf die steigende Unsicherheit, die sich speziell in den Ländern ohne Screening Programm ausbreitete, indem sie die International Association of Cancer Registries (IARC 2002) mit erneuter Überprüfung der Metaanalysen beauftragte. Nach nochmaliger Analyse aller Studien kam die internationale Expertenkommission zum Schluss, dass durch das Mammographie-Screeningprogramm die Mortalitätsrate in der Altersgruppe 50 bis 70 Jahre eklatant zurückgeht. Eine deutliche Verringerung der Mortalitätsrate beim Screening ist wiederum davon abhängig, dass möglichst viele Frauen (> 70 %) der Zielpopulation teilnehmen. Im Vergleich dazu konnte bei 40- bis 50-jährigen Frauen der Benefit eines Screeningprogrammes nicht eindeutig nachgewiesen werden.

Gründe dafür sind das dichtere Brustdrüsengewerbe, was eine Befundung des Mammogramms erschwert. Überdies ist das Drüsengewebe strahlenempfindlicher, so dass sich bei unter 50-Jährigen ein erhöhtes Strahlenrisiko bei regelmäßigen Mammographie Untersuchungen ergibt (IRAC 2002).

Auch die Evaluation laufender europäischer Projekte zeigt einen signifikanten Rückgang der Mortalitätsrate in systematischen Screeningprogrammen. Herausragend ist eine aktuelle Studie aus den Niederlanden, wo nach zehnjähriger Laufzeit die Sterblichkeitsrate um rund 27 Prozent in der Untersuchungsgruppe sinkt. Bei 73 Prozent der Frauen wird die Erkrankung um einige Jahre früher diagnostiziert, wodurch häufig brusterhaltend operiert werden konnte. Ausgehend von genannten 73 Prozent bestanden bei 48 Prozent (auch ohne das Screening) gute Überlebenschancen wegen effektiver Therapien. Weiters weist die Studie aus, dass 18 Prozent der Frauen unabhängig von der Früherkennung gestorben sind. Etwa sieben Prozent der Frauen sterben an anderen Krankheitsursachen, wobei sie erst durch das Screening von dem Karzinom in der Brust erfahren haben, was zur Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität geführt hat (Van der Maas, 2001).

Ungeachtet dieser Ergebnisse geht die Grundsatzdiskussion um den Nutzen von Mammographie- Screeningprogrammen weiter. Während für die Anhänger der einen Wissenschaftsrichtung eine Reduktion der Mortalität überhaupt nicht epidemiologisch zu beweisen ist, bewegt sich für die andere Gruppe die Spannbreite der Mortalitätsreduktionsrate zwischen zehn und 30 Prozent.

Zusammenfassung

  • Zurzeit ist die Mammographie die verlässlichste Methode zur Früherkennung von Brustkrebs in der Altersgruppe 50 bis 69 jähriger Frauen. Durch den Einsatz hochwertiger und regelmäßig überprüfter Röntgengeräte wird die Strahlenbelastung der Mammographie gering gehalten. Der Nutzen der Untersuchung in dieser Altersgruppe unter den Voraussetzungen dieses qualitätsgesicherten Programms ist deutlich höher einzuschätzen als das Risiko, dass durch die Röntgenstrahlen bei der Mammographieerstellung Krebs ausgelöst werden kann.
  • Durch die Mammographie können sehr kleine Veränderungen oder Krebsherde frühzeitig entdeckt werden, bevor sie tastbar sind und Symptome hervorrufen. Die Teilnahme am Screening kann Brustkrebs zwar nicht verhindern, er kann aber in einem Stadium entdeckt werden, in dem er gut behandelbar ist. Die frühe Erkennung verbessert die Behandlungsmöglichkeiten und die Chancen auf Heilung.
  • Die Mammographie Untersuchung im Rahmen des Wiener Pilotprojekt "Ich schau auf mich!" ist kostenlos und erfolgt nach systematischer periodischer Einladung. Somit erhalten alle Frauen unabhängig ihres sozialen oder ökonomischen Hintergrundes diese Möglichkeit zur Früherkennung von Brustkrebs. Eine Überweisung ist dafür nicht erforderlich, denn der Einladungsbrief gilt als Überweisung.

 

Quellen:

Andersson, I., Janzon, L.: Reduced breast cancer mortality in woman under age 50. Update results from the Malmö mammographic screening programm. Monogr Natl. Cancer Inst.22/1997, S. 63 - 67

Gøtzsche, P. C, Olsen, O.: Is screening for breast cancer with mammography justifiable? In: Lancet 355/2000, S. 129 - 134

IARC: IARC Handbook of Cancer Prevention, Volume 7, Breast Cancer Screening. IARC Press, Lyon 2002

Van der Maas P.J.: Breast Cancer Screening Programme in the Netherlands: An Interim Review. In: The Breast 2001, 10, 12-14.

ÖBIG: Mammographie-Screening Austria. Konzept für ein bundesweites Mammographie- Screeningprogramm (Publikation), Wien 2004


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